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Judengasse

Judengasse
72070 Tübingen
Die ersten Juden siedelten sich in Tübingen wahrscheinlich schon im 12./13. Jahrhundert an. 1398 wird die Judengasse bei der Krummen Brücke das erste Mal urkundlich erwähnt. In den Kellern der Häuser, deren Grundmauern teilweise noch aus dem 13. Jahrhundert stammen, finden sich wannenartige Brunnen, die eventuell als rituelle Judenbäder dienten. Während der ersten Pestwelle von 1348/49 erlebten die Tübinger Juden Verfolgungen. Als Graf Eberhard im Barte 1477 die Universität in Tübingen gründete, ließ er die Juden der Stadt verweisen. Erst ab 1850 kam es wieder zu einem Zuzug von Juden in Tübingen, die 1882 in der Gartenstraße eine Synagoge errichteten. Mit der Zerstörung der Synagoge in der „Reichskristallnacht“ gingen die meisten ins Exil, die Verbliebenen wurden 1941 und 1942 deportiert. Die Judengasse wurde 1943 in Schotteistrasse umbenannt. Der Gassenname „Süßes Löchle“ erinnert an einen einst hier wohnenden „Jud Süß“ oder „Süßlich“.

Mehr über das jüdische Leben in Tübingen erfahren Sie auf unserer Themenführung "Stationen jüdischen Lebens in Tübingen", die Sie als Führung für Jugendliche und Schulklassen bei uns buchen können.