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Universitätskarzer

Münzgasse 20
72070 Tübingen

Der Universitätskarzer in der Münzgasse 20 mit zwei kleinen tonnengewölbten Räumen ist der älteste, noch erhaltene in Deutschland. Von 1515 bis zum Bau der Neuen Aula 1845 diente er als Gefängnis für die „cives academici“. Akademische Bürger waren nicht nur die Professoren und Studenten, auch Dienstpersonal der Professorenfamilien, Handwerker und Drucker genossen diese privilegierte Stellung, mit der die Befreiung von Zöllen und Steuern verbunden war. Zuständig für Rechtsfälle der Universitätsbürger war der Senat mit dem obersten Richter, dem Rektor. Mit Karzerstrafen geahndet wurden heimliche Eheverlöbnisse, Saufgelage, Schwänzen der Predigten, Verstöße gegen die Kleiderordnung, Würfelspiel und nächtliches Randalieren – Vergehen, die sich in der Regel die Studenten zu Schulden kommen ließen. Um Grafitti-Bemalungen der „Incarcerierten“ entgegen zu wirken, beauftragte die Universität 1736 den Maler Gottfried Schreiber, die Räume mit biblischen und antiken Bildern und Sprüchen zu bemalen.

Der Karzer kann bis auf weiteres nicht mehr besichtigt werden. Die Schäden an den Wänden und Decken sind mittelerweile so immens, dass diese Tübinger Sehenswürdigkeit im Moment geschützt werden muss.


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